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Wärme speichern ist wirtschaftlich

Wärme speichern ist wirtschaftlich

Im Sommer trifft genügend solare Energie auf ein Grundstück, um praktisch jedes Gebäude mit Energie und warmem Wasser zu versorgen. Allerdings ist der Wärmebedarf in unseren Breitengraden im Winter am höchsten, also dann, wenn die Aussentemperaturen tief sind und die Sonne wenig scheint.

   

    

BS2 Zeleganz bewirtschaftet das Erdreich  

Das Gebäude-Energiesystem BS2 Zeleganz trägt dieser zeitlichen Diskrepanz Rechnung. Es nutzt das Erdreich nicht nur als Wärmequelle, sondern auch als Wärmespeicher, der saisonal regeneriert wird. Die überschüssige Wärme der Sommermonate, gewonnen aus den Räumen des Gebäudes und den PV-Kollektoren auf dem Dach, wird der Erde zugeführt. So wird sichergestellt, dass die Erdtemperatur langfristig stabil bleibt – was insbesondere in dicht besiedeltem Gebiet wichtig ist.

   

Saisonale Regeneration des Erdwärmespeichers lohnt sich auch finanziell

Mit einem Erdspeicher, der dank saisonaler Regneration nicht auskühlt, steht der Wärmepumpe selbst im tiefsten Winter immer eine hohe Quellentemperatur zur Verfügung. Damit kann der Energieaufwand eines Gebäudes zu einem grossen Teil vor Ort gedeckt werden, der Bezug von extern produziertem Strom bleibt tief. An sonnigen Tagen kann zudem der lokal über die Hybridkollektoren erzeugte Solarstrom direkt für die Wärmeerzeugung genutzt werden.

    

Die neue Koaxial-Erdwärmesonde von BS2

Die Nutzung der Erdwärme ist keine neue Idee, schon die Römer heizten ihre Thermen mit Geothermie, indem sie heisses Wasser aus der Tiefe anzapften. Die archaischen Methoden der Antike sind moderner Technologie gewichen, beispielsweise einer Doppel-U-Rohr-Erdwärmesonde - und seit kurzem der Koaxial-Erdwärmesonde von BS2, die in der Überbauung Sentmatt erstmals installiert wurde.

    

In diesem Video wird diese Koaxialsonde in der Überbauung Sentmatt, Obfelden ZH, erstmals auf einer realen Anlage eingebaut. In diesem Pilotprojekt befinden sich zwei Heizzentralen mit je einer 450 m Erdwärmesonde und pro Heizzentrale eine BS2 Wärmepumpe. Auf dem Dach steht eine Kombianlage von PVT- und PV-Kollektoren.

Damit kann man die Wohnungen langfristig heizen, kühlen und mit Warmwasser versorgen - umweltfreundlich und wirtschaftlich

  

Die Koaxial-Sonde im Einsatz

Die Überbauung Sentmatt besteht aus 3 neu erstellten Mehrfamilienhäusern mit 119 Wohnungen. An das zentrale Energiesystem wurde ein angrenzendes, energetisch saniertes Mehrfamilienhaus aus den 1970er-Jahren mit 22 Wohneinheiten angeschlossen. Zum Einsatz kommt ein Gebäudeenergiesystem nach dem 2SOL-Prinzip - benannt nach dem Non-Profit-Verein 2SOL, der sich für einen emissionsfreien Gebäudpark einsetzt, und bei dem die BS2 AG Gründungsmitglied ist.

 

Für diese Überbauung wurden in zwei dezentralen Anlagen je eine Niederhub-Wärmepumpe mit der neuartigen, tiefen BS2 Koaxial-Erdwärmesonde und die Kombi-Solaranlage als System zusammengekoppelt. Die Niedertemperatur-Flächenheizung ermöglicht ein effizientes Heizen im Winter sowie Kühlen im Sommer bei tiefstem Primärenergieverbrauch. Jedes System versorgt jeweils 5 Wohnungen. Das Erdreich wird über eine Erdwärmesonde (EWS) saisonal solar regeneriert.

 

Dieser dezentrale Ansatz ermöglicht eine optimale Abstimmung zwischen Quelle, Transformation und Senke. Dieses System hat noch weitere Vorteile: Die vereinfachte Hydraulik, eine Reduktion der horizontalen Leitungen, eine geringere Anzahl von Aktoren und eine einfache Systemregelung vereinfachen nicht nur die Planung, sondern auch die Installation. Die gesamte Konstruktion wird dadurch schlanker und weniger anfällig für Fehler.

12.05.2020