Blog

Der Energiepionier Hansjürg Leibundgut zieht sich fünf Jahre nach seiner Emeritierung von der ETH Zürich nun ganz ins Privatleben zurück. Seine visionären Ideen für eine lokale, CO2-freie Gebäudeenergieversorgung sind längst im Markt angekommen. Dafür, dass sie sich weiterentwickeln, sorgen seine ehemaligen Studierenden und Doktoranden, die Leibundguts Visionen in Gebäudetechnikunternehmen, Architektur- und Ingenieurbüros und von dort in den Schweizer Gebäudepark tragen.

Hansjürg Leibundguts Einfluss ging aber weit über die Sphäre des Daily Business hinaus. Seine Weggefährten sprechen von einem integren Menschen, der sich nicht von der Verfolgung seiner Visionen abhalten liess, auch wenn er aneckte. Und von einem liebevollen Menschen.

 

  

Marc Bätschmann

Geschäftsführer der BS2 AG und der Allianz 2SOL

Die Zusammenarbeit mit Hansjürg Leibundgut war immer spannend – ob an seiner Professur an der ETH oder mit ihm zusammen in der BS2. Die Ideen und neuen Lösungsansätze für jegliche technische Herausforderungen sprudelten nur so aus ihm heraus. Ich bewundere nach wie vor, wie konsequent und zielorientiert er seine Ideen weiterverfolgt hat und sich auch von grossen Widerständen nicht von seinem Weg hat abbringen lassen. Dieser «Spirit» lebt in der BS2 weiter. Das spüren wir täglich. Für uns als Vertreter der jüngeren Generation ist das grosse Vertrauen einmalig, das er in junge Personen gesteckt und diese mit seiner Unterstützung stets gefördert hat. Mit Stolz verfolgen wir seine Vision von einem emissionsfreien Gebäudepark weiter.

  

Dr. Niklaus Haller

Architekt uns Solar-Spezialist bei BS2

"Vor ziemlich genau 10 Jahren durfte ich mein erstes grösseres Projekt als Architekt in Zusammenarbeit mit Hansjürg Leibundgut abschliessen. Dabei habe ich vor allem eines gelernt: Wenn wir bestehende (schöne) Gebäude aufgrund der mangelhaften Energiebilanz nicht einfach abreissen, sondern für die kommenden Generationen erhalten wollen, braucht es neue Ansätze und Technologien, zeitweilig aber auch viel Kraft und Musse um gegen den Strom zu schwimmen. Ich wollte mehr davon und so bin ich definitiv ins Boot von Hansjürg gestiegen. Die Fahrt war meist turbulent, wir mussten gemeinsam zahlreiche Klippen umschiffen, mehr als einmal galt es ein Leck zu stopfen, der Wind kam von allen Seiten. Warum haben wir Schiffsjungen uns nicht einfach auf ein gemütliches Beiboot mit grossem Motor abgesetzt? Wir hatten einen Kapitän mit einer klaren Haltung und Idee, wohin die Reise gehen soll - nicht nur für sich, sondern für die gesamte Crew (dieser Erde). Jeder von uns wurde entsprechend seinen Bedürfnissen und seinem Können gefordert und gefördert.

Ich weiss nicht, wo ich heute stehen würde, wenn ich vor 10 Jahren den bequemen Weg gewählt hätte. Ich weiss aber, dass mir damit sehr viel entgangen wäre - nicht nur all die beruflichen Erfahrungen, sondern vor allem der regelmässige Austausch über gesellschaftliche und persönliche Themen - schlicht eine Freundschaft mit einem sehr interessanten, integren und liebevollen Menschen."

  

  

Dr. Philippe Goffin

Wärme- und Geothermie-Spezialist bei BS2

Hansjürg Leibundgut ist ein Visionär, der zielstrebig ein System für einen emissionsfreien Gebäudepark entwickelt hat. Mit seinem Enthusiasmus hat er Menschen jeder Altersgruppe beeinflusst – egal ob in der Schweiz oder im Ausland. Er trieb den Glauben voran, dass die Zukunft den erneuerbaren Energien gehört. Viele von uns tragen seine Ideen weiter, perfektionieren sie oder passen sie an neue Gegebenheiten an. Im BS2-Team nehmen wir seinen Elan mit und ersetzen mit unseren Projekten und Produkten die fossilen Systeme in der Schweizer Energielandschaft.

 

   

Dr. Diego Sandoval

Software-Entwickler bei Semtech

Meine Beziehung mit Hansjürg kann genau genommen - und zum Glück - nicht als "konventionell akademisch" bezeichnet werden. Wir haben uns immer im Bereich der Ideen bewegt. 

Ich bin zu Hansjürg gekommen, nicht weil ich meine Karriere in eine gewisse Richtung lenken, oder eine bestimmte akademische Erfahrung sammeln wollte, sondern weil ich auf der Suche nach Inspiration war. Ich wollte damals, und will es immer noch, ein eigenes Haus hoch in den kolumbianischen Bergen, 3300 m ü. d. M. bauen, und habe in ihm ein Vorbild gesehen.

Es kann sein, dass es von meiner Seite aus naiv war, aber meine Naivität hat in dieser unkonventionellen Umgebung, in der Hansjürg gearbeitet hat, Anklang gefunden. Mein Doktoratsstudium war kurz und unkonventionell, ich hatte das Privileg, keinen Strukturen folgen zu müssen, und verfügte deshalb über viel Freiheit und habe grosse Unabhängigkeit genossen. Diese war für mich wirklich eine Zeit der Konzipierung, des Experimentierens, des Denkens, der Ideenfindung.

Ich habe mich später für einen anderen professionellen Weg entschieden. Jetzt, wenn ich daran zurückdenke, komme ich zur Einsicht, dass es vielleicht auch eine Folge der unbegrenzten Freiheit war, die mir zuteilwurde.

Ich wollte diese Gelegenheit nutzen, um mich nochmals ganz herzlich bei Hansjürg und meinen Kollegen zu bedanken. Diese Zeit bei Dir hat mich stark geprägt.

 

 

Christoph Meier

Ingenieur und Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule für Technik Rapperswil

Lieber Hansjürg

Mit meiner Masterarbeit hast du mich ins "Via Gialla"-Bergsteigerteam aufgenommen. Du hast mich mit deiner Vision für diese Expedition begeistert und damit den roten Faden für meine berufliche Laufbahn eingefädelt. Du verstehst es, die richtigen Leute zu motivieren und ins BS2-Team zu holen.

Mit deiner Vision für eine zukunftsfähige Gebäudetechnik bist du oft angeeckt. Doch es hat sich gezeigt, dass sich dein Kompass nicht geirrt hat. Deine Beharrlichkeit in deinem Tun und in der Bewältigung deiner Krankheit haben mich tief beeindruckt.

Ich danke dir für deine Inspirationen, für die spannende Zusammenarbeit und dass du mich in das Team aufgenommen hast.

  

  

 

   

27/08/2020