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Im Laubegg: Geteilte Sonde, aber eine eigene Wärmepumpe im Keller

Im Laubegg: Geteilte Sonde, aber eine eigene Wärmepumpe im Keller

Die Reihenhäuser «Im Laubegg» sind beinahe hundert Jahre alt und verfügen mehrheitlich über Gas- oder Ölheizungen. Einer der Hausbesitzer wollte den anstehenden Ersatz als Chance für einen Umstieg auf erneuerbare Energieträger nutzen und kontaktierte daher die BS2 AG. Schnell wurde klar, dass den Sanierungsplänen nichts im Weg stehen würde, eine Kooperation mit den Nachbarn aber die wirtschaftlichere Lösung wäre. BS2 erstellte daraufhin eine Machbarkeitsstudie mit verschiedenen Varianten. In den Fokus rückten zwei Optionen: eine Anlage mit einer Aussenluft-Wärmepumpe oder eine mit einer Erdwärmesonden-Wärmepumpe. Bei der zweiten Variante zeigte sich aufgrund der eher kleinen Häuser, dass ein gemeinsames Vorgehen mit den Nachbarn am sinnvollsten wäre. Die hinzugezogene Energieberatung der Stadt Zürich bestätigte dem Bauherrn, dass der Vorschlag mit der Erdwärmesonde die beste Lösung ist. Der Bauherr konnte seine direkte Nachbarin für die Idee gewinnen, gemeinsam erteilten sie der BS2 einen GU-Auftrag. Dieser beinhaltete die Projektleitung, Planung, Koordination und Ausführung aller Gewerke, sodass beide Bauherrschaften im gesamten Sanierungsprojekt nur einen einzigen Ansprechpartner hatten.

 

Für eine gemeinschaftlich genutzte Erdwärmesonde sprachen mehrere gute Gründe. Neben den wirtschaftlichen Vorteilen, die sich aus Synergien in der Nutzung, insbesondere aber bei den Erstellungskosten ergeben, gingen die Alternativen mit massiven Hürden einher – insbesondere die nachfolgenden beiden Punkte sprachen dafür, die Gebäude über eine Erdwärmesonde mit Wärme zu versorgen:

Zum einen war eine Aussenluft-Wärmepumpe unter Berücksichtigung des Lärmschutzes kaum möglich. Gegen eine Aussenluft-Wärmepumpe sprach auch, dass der COP – und somit die Energieeffizienz - mit der bestehenden Radiatorenheizung sehr tief ausgefallen wäre.

Zum andern ist die Siedlung Laubegg im Denkmalschutzinventar der Stadt Zürich. Die alten Ziegeldächer weisen eine komplexe Form auf und prägen das Ensemble massgebend – eine Solaranlage wäre, wenn überhaupt, nur in sehr kleiner Ausführung möglich gewesen und hätte eine aufwändige Baubewilligung mit sich gebracht.

Damit war die Erdwärmesonde die beste Massnahme für die Sanierungspläne des Bauherrn.

 

Der Zusammenschluss mit der Nachbarschaft lohnt sich wirtschaftlich

Angeregt durch diese Ausgangslage beschloss der Bauherr, seine Nachbarin mit ins Boot zu holen um mit ihr die Erdwärmesonde gemeinschaftlich zu nutzen. Die beiden teilten sich die Kosten für die Verlegung der Sonde, wobei  die zusätzlichen Bohrmeter und der vergrösserte Glykol-Bedarf nicht wesentlich ins Gewicht fielen. Die gemeinsame Verteufung der Erdsonde brachte, inklusive Installations- und Umgebungsarbeiten, eine Kostenreduktion von rund 20%. Bei der Gesamtanlage wurden die Kosten durch den Zusammenschluss um ca. 15% redzuiert. Einmal verlegt, kann die Sonde mehrere Wärmepumpen mit Energie versorgen, sodass jede Immobilie individuell mit Wärme beliefert wird.

Im Falle der Laubegg-Sanierung wurde je eine Inverter-Wärmepumpe in den Technikräumen der Hauseigentümerin und des Hauseigentümers platziert. Die Wärmepumpen sind wie die dazugehörigen Brauchwarmwasserspeicher kompakt und platzsparend aufgebaut. Die Wärmepumpen wurden jeweils an der Schnittstelle Heizverteilung in das bestehende Wärmeabgabe-system angeschlossen.

Als Generalunternehmerin kümmerte sich BS2 auch um die rechtlichen Aspekte der geteilten Sonde.  Der Bauherr, auf dessen Land die Erdwärmesonde verteuft wurde, räumte seiner Nachbarin das Recht ein, die Sonde zu benützen – die Eigentümer-schaft bleibt bei ihm. Dies wurde im Grundbuch entsprechend eingetragen.

 

Projektkoordination unter engen Platzverhältnissen

Die Sonde wird unter engen Platzverhältnissen verteuftIm Laubegg stehen die Gebäude Haus an Haus an einem schmalen Zufahrtsweg. Die engen Platzverhältnisse sind bei Reihenhäusern keine Seltenheit. Zwar ist der Heizungskeller des Bauherrn gross genug für die Sanierung, aber Kellertreppen und Durchgänge waren doch sehr eng bemessen. Infolgedessen veranlasste die BS2 die Demontage der Kellertreppe, damit die neue Wärmepumpe in den Keller gebracht werden konnte. Danach wurde die Treppe wieder gesetzt. Auch ausserhalb des Kellers gestaltete sich das Platzmanagement anspruchsvoll. Die Privatstrasse wurde kurzfristig für die Sanierung gesperrt. Die Koordination des BS2-Projektmanagements stellte sicher, dass alle Anwohnerinnen und Anwohner ihre Hauseingänge wie gewohnt benutzen konnten.

 
Mehr über dieses Projekt erfahren Sie in der ausführlichen Projektdokumentation. 
  


08/02/2021


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